The Question.
21. April 2011 von sunrisecookie
Woher wissen wir, dass wir sind, wer wir sind?
Diese Frage stell’ ich mir schon ziemlich lange. Hier mal eine Art Erläuterung der Frage.
(Vielleicht kommt ja sogar ne Antwort dabei raus. ;D)
Jeder Mensch (wenn ich schon so anfange könnte ich auch direkt sagen, dass “Menschen” ja nicht unbedingt “Menschen” heißen müssten – hat sich nur irgendjemand irgendwann so ausgedacht) hat seine speziellen Eigenschaften. Ich z.B. bin recht spendabel, dickköpfig, manchmal besserwisserisch, (teilweise) höflich, zml. ehrgeizig, usw…. Gut. Nun wissen wir ja, dass jeder Mensch sich diese Eigenschaften teilweise angelegt hat. Oder nicht? Oder werden wir so geboren?
Haben wir also die Bestimmung, so zu sein, wie wir sind?
Dazu gibt es viele verschiedene Meinungen. Die jeweiligen Religionen haben da ja ihre eigene Erklärung.
Die Katholische Kirche denkt, dass jeder Mensch als Individuum geboren wird, mit allen Eigenschaften. Er würde sie nur im Laufe seines Lebens weiter ausprägen, oder unterdrücken.
Der Buddhismus hingegen denkt, dass jeder “Mensch” mit einem Bündel mentaler Faktoren geboren wird. Sie denken also, dass es gewisse Eigenschaften gibt, die der Mensch von Anfang an bei sich trägt. Nehmen wir hier als Beispiel: Größzügigkeit, Ehrgeiz, Freundlichkeit, Sturheit, Naivität und positives Denken.
Laut des Buddhismus erleben wir im Laufe des Lebens dann Dinge, die dieses Bündel mentaler Faktoren verändern kann. Z.B könnte es sein, dass wenn jemand immer gesagt bekommt, dass das Leben schlecht ist, und, dass jeder Mensch dir etwas Schlechtes will, dieses positive Denken zum negativen Denken wird.
Es könnte auch sein, dass ein Mensch durch schlechte Erziehung, Eltern, die dem Kind nichts gönnen wollen usw. vom Großzügigem zum Geizhals wird.
Das könnte alles sein. Natürlich kann es auch sein, dass die verschiedenen Faktoren einfach bei dem Menschen bleiben und sich nicht verändern. Doch wenn dies geschieht, werden wir andere Faktoren finden und diese in unsere Persönlichkeit einbauen. So entstünde ein neues Ich.
Beider dieser Varianten, die der Kirche & die des Buddhismus, sind möglich, natürlich. Doch für mich ist die buddhistische Variante logischer.
Wo der Unterschied liegt? Die Buddhisten gehen nicht davon aus, dass der Mensch so bleiben muss, wie er geboren wird. Als Buddhist ist das Ziel des Lebens in das Nirvana zu gelangen und dort zu ruhen. Geschieht dies nicht, wird die Seele des Einzelnen wiedergeboren, eben mit diesen verschiedenen mentalen Faktoren.
Die Kirche hingegen glaubt, dass der Mensch eine Bestimmung hat. Die Bestimmung, so zu sein, wie Gott sie haben möchte.
Doch wenn dies so wäre, dann hätten wir doch alle keine eigene Meinung mehr? Dann wäre unser ganzes Leben mit dem Determinismus zu vergleichen. Dann wüsste man ja, was als Nächstes passiert. & das halte ich für unmöglich. Wir können doch nicht sagen, dass selbst das Schicksal, so wie wir es kennen, berechenbar ist? Es gibt einfach immer wieder Dinge, die passieren einfach. Nicht vorhersehbar.
Also betone ich hiermit nochmals, dass die Theorie der Kirche vollkommener Schwachsinn ist.
Gut, damit wäre also das Thema Religionen beendet. Nun wissen wir aber immer noch nicht, ob wir sind, was wir sind.
Wer sagt uns, dass man großzügig ist, wenn man einem Freund einen Kaffee spendiert? Wer sagt uns, dass wir naiv sind, wenn wir an das Gute im Menschen glauben? Wer sagt uns, dass wir stur sind, nur weil wir unsere Meinung für die Richtige halten? – Niemand.
& Das ist der Punkt. Es gibt keine Richtlinien was die Eigenschaften des Menschen angeht. Es gibt nur die verschiedenen Sichtweisen der Menschen, die sagen, dass man so ist. Für die einen ist an das Gute glauben Naivität, für die anderen Optimismus. Wir können es also nicht festlegen.
Somit wissen wir auch nicht, dass wir sind, was wir sind. Wir wissen, dass wir etwas sind, mit eigener Meinung und eigenem Denken. & mehr auch nicht.
The word of a beguiled girl.